Gastarbeiter aus der Türkei

BRD 1969, 13 min
Regie: Kenan Ormanlar

Der Film versucht, Situation und Lebensumstände türkischer Gastarbeiter während ihrer Freizeit stellvertretend für alle Gastarbeiter in der BRD zu zeigen.

 

 

 

Vorstellung:
Mi, 14.09., 18.00 Uhr, Ballhaus Naunynstraße

Diese spontane Arbeitsniederlegung war nicht geplant

BRD 1982, 45 min
Regie: Thomas Giefer, Klaus Baumgarten

Dokumentation über den Ford-Streik von 1973 in Köln-Niehl, der erste größere Arbeitskampf in der Bundesrepublik Deutschland, der vor allem von türkischen Arbeitsmigranten getragen wurde.

 

 

 

Vorstellung:
So, 11.09., 18:00 Uhr, Ballhaus Naunynstraße

Für ausländische und deutsche Arbeiter

BRD 1973, 13 min
Regie: Christine und Kurt Rosenthal

Montage mehrerer Fotos des Arbeitsablaufs eines türkischen Gastarbeiters, die sich von einer Collage eines monotonen Arbeitsalltags in der Fabrik zu einer Collage über psychischen Stress verdichtet. Höhepunkt des Films ist ein Arbeitsunfall, als Folge der Akkordarbeit, deren Geschwindigkeit der Zuschauer durch die einfachen, aber sehr effektvollen Mittel des Films nachempfinden kann.

Vorstellung:
So, 11.09., 18:00 Uhr, Ballhaus Naunynstraße

Alamanya Alamanya, Germania Gemania

D 1979, 22 min
Regie: Hans A. Guttner

Die Arbeitsmigranten dieses Dokumentarfilms haben eine Sprache, mit der sie sich zur Wehr setzen, indem sie anklagen. Diese Anklage ist nicht jener Ton der Opfer, sondern eine Poesie, die jeder Entmenschlichung der Protagonisten eine Regel vorschiebt. Ein außergewöhnliches filmhistorisches Dokument über Migration, das von der Kraft der Bilder und der Texte lebt.

Vorstellung:
So, 11.09., 18:00 Uhr, Ballhaus Naunynstraße

Stationen der deutsch-türkischen Migration

Ein Video-Vortrag von Tunçay Kulaoğlu und Martina Priessner

Die deutsch-türkische Arbeitsmigration spiegelte sich ab den 70er Jahren in der Kinokunst beider Länder wider. Von Ausnahmen abgesehen wurden meist Geschichten erzählt, die in Deutschland das Bild des Ausländers und in der Türkei das Klischee des Almanci reproduzierten. Anfang der 90er Jahre beginnen die jungen deutsch-türkischen FilmemacherInnen diese Geschichten aus einer anderen Perspektive zu erzählen. Die Distanz, über die sie inzwischen verfügen, gibt ihnen eine Freiheit, neue Bildersprachen zu erfinden. Sie bringen mit ihren Erzählungen die stereotypen Bilder zum Tanzen, entwerfen Bilder für Migration abseits vom Opferdasein, oft geprägt von einer poetischen Sprache, einer Ästhetik, die fast ohne Worte auskommen und von eindringlicher Symbolik.

Mit ihrem Vortrag „Stationen der Deutsch-Türkischen Migration im Film“ spüren die beiden Filmemacher und Kuratoren Tunçay Kulaoglu und Martina Priessner verschiedenen Facetten dieser Entwicklung nach und zeigen, dass Motive von Aufbruch, Unterwegssein, Ankommen und Rückkehr eine wichtige Rolle spielen. Anhand zahlreicher Ausschnitte kommentieren sie Filmbilder der letzten 30 Jahre – eine historische Reise auf den Spuren des Almanci und seiner cineastischen Wahrnehmung gestern und heute.

Vorstellung:
Mi, 07.09., 18.00 Uhr, Ballhaus Naunynstraße

Kazım Akkaya und die Bewohner der Naunynstraße

D 1975, 58 Min
Regie: Friedrich Zimmermann
Mit: Aras Ören, Tuncel Kurtiz, Krikor Melikyan, Güner Yüreklik u.a.

1974: Frau Kutzer ist gestorben.Das Erbe der Frau Kutzer sind geschwollene Füße, krummknochige Finger und tiefmüde Augen, ein ausgepresster Körper, eine ausgepresster Seele und ausgepresster Träume. Wen berührt ihr Tod? In der Naunynstraße 69 ist eine Wohnung frei geworden, zwei Zimmer, 77 Mark. Es ist nicht leicht eine Wohnung zu finden im Sanierungsgebiet Kreuzberg. Die Abrissbirne macht sich an vielen Häusern zu schaffen. Halime lebt seit fünf Jahren in der Naunynstraße, ohne ihren Mann Cemal, der in der Türkei im Gefängnis sitzt wegen Blutrache. Auf einmal steht Cemal vor der Tür, da ist sie schon schwanger – nicht von ihm. Kazim war kurzem noch der Liebling des Meisters, weil er so unermüdlich arbeitete auf der Baustelle. Jetzt ist er entlassen worden. Er riecht nach Weinbrand, obwohl er sonst nie trinkt. Ihm wird klar, dass er wie eine Kuh gemolken wurde.

Was wir heute machen und erdulden, es wird einmal auch in den Gedichten zu lesen sein. Die Leute kommen an die Macht und gehen. Die Qualen aber, die sie uns zufügen, schmerzen weiter in unserem Fleisch.

Anschließend Gespräch mit dem Regisseur Friedrich Zimmermann und den Schauspielern Clas Theo Gärtner, Renate Koehler, Krikor Melikyan, Güner Yüreklik.

Vorstellung:
So, 04.09., 16.00 Uhr Eiszeit Kino – TICKET KAUFEN